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Von mISDN zu Zaptel

Eine eigene Telefonanlage ist was feines – man kann nervende Verkäufer in eine Endloswarteschleife schicken, Gespräche über das interne SIP-Gateway bequem am Headset des PCs führen und natürlich als Bastler auch die Zimmerbeleuchtung per Telefon steuern. Eigentlich läuft mein Asterisk auch schon seit einiger Zeit, aber schlechte Signalleitungen, ein nur teilweise funktionierender Interruptcontroller und die 2EUR-ISDN-Karte sorgen gerne schon mal für eine tote Leitung, welche sich erst nach einem Neustart wieder zu neuem Leben erwecken lies. Dummerweise wirkte sich der Fehler auch auf alle anderen Telefone an diesem ISDN-Anschluss aus – keine guten Voraussetzungen für eine geteilte Leitung. Auslöser ist ein Speicherfehler im mISDN-Modul, welches bei mir als Treiber der ISDN-Karte im Einsatz war. Jetzt versuche ich es statt mit mISDN mal mit Zaptel. Die Installation war recht einfach – entsprechende Ebuilds gibt es schon länger. Nachdem die Asterisk-Config angepasst war der erst Fehler: Der Interruptcontroller macht sich wieder bemerkbar – zwar läuft die Leitung an sich, aber durch Pufferüberläufe hört sich das ganze etwas zerhackt an. Abhilfe schaffte der florz-Patch – dann noch etwas an der Echounterdrückung gespielt und schon funktioniert alles perfekt – sogar ein gutes, altes G3-Fax quählt sich in akzeptabler Qualität über die Leitung. Dank der integrierten Fax-Erkennung des Treibers spar ich sogar eine Rufnummer. Nun hoffe ich mal, dass die Leitung stabiler bleibt.

PAMsinn 2.0

Was für ein Update – die Gentoo-Developer haben eine neue Version von PAM auf stable gesetzt und mir damit gewaltige Bauchschmerzen bereitet. Eigentlich wollte ich nur einen alten Nadeldrucker testen. Dazu einfach mal das Syslog auf den Drucker umgeleitet, man brauch ja Content. Die Ausgabe gefiel mir aber nicht so – jede Menge PAM-Fehler im Syslog. PAM (das System zur Nutzerauthentifizierung unter Linux) hatte ich zwar ein paar Stunden vorher aktualisiert, aber eigentlich gab es keine Fehler und revdep-rebuild, welches normalerweise abhängige Pakete aufspürt, zeigte auch keine Fehler. Dank Blogger Odi war das Problem aber schnell gefunden – ein qdepends -Q pam fördert alle Abhängigkeiten zu Tage und ermöglicht so die problematischen Programme zu fixen.

PDA-Recycling

PDAs sind praktisch – wenn man sie denn brauch. Mein privater fristet die meiste Zeit im Schrank – PIM habe ich im Kopf, Adressbuch im Handy und Navi? Die meisten Strecken kenne ich auswendig. Dank Grumpy hab ich jetzt aber wieder eine (mehr oder weniger) sinnvolle Verwendung. Grumpy hat einen PDA zerlegt und baut sich daraus gerade einen Wecker – da muss ich natürlich nachziehen. Erster Versuch: Linux auf den PDA – mit X ließe sich bestimmt etwas basteln. Ich hatte vor einiger Zeit schon einen Kernel drauf laufen, aber anscheinend hat sich meine Intelligenz verflüchtigt – trotz mehrerer Versuche keine Chance einen passenden Kernel zu starten. Also die Light-Methode: Eine HTML-Oberfläche. Wenn der PDA per USB an einem PC angeschlossen ist kann man entsprechendes Netzwerkrouting herstellen. Nach einigen Spielchen mit dem PPPD stand auch die Verbindung und ich konnte mich ans HTML geben – naja fast. Der Vorinstallierte „Pocket Internet Explorer“ hat einen Technikstand von sonstwann – kein CSS, kein Javascript – garnix. Opera lässt sich nicht mehr auftreiben und der Mini-Mozilla streikt auch. Nunja, immerhin kann man mit einem Hook den IE auf Vollbild bringen – dann noch die Uralt-HTML-Quälereien und Tabellen-Layouts wieder ausgepackt und schon steht die GUI – Licht und Sound lassen sich einschalten, die Uhr geht und die Platzhalter für Temperaturen und Wetter sehen ja auch realistisch aus. Dann kann der Gerät ja fürs erste wieder in den Schrank.

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Patentkramalarm – Einer gegen X

Jeder kennt sie und jeder nutzt sie (OK, die meisten Windows-User ausgenommen). Virtuelle Desktops sind schon seit Jahren Standard. Nun meint eine amerikanische Patentverwertungsfirma dem entgegen wirken zu müssen. Es geht um ein 1991 erteiltes Patent zu „User interface with multiple workspaces for sharing display system objects“. Fällt denen reichlich früh auf, dass hier ein Verstoß vorliegen soll. Tja, anscheinend haben wir es immer noch nötig den technischen Fortschritt künstlich aus zu bremsen.